Heimatbesuch: So wird das Sprachbad zu einem positiven Erlebnis

07/06/24

Eine Reise in die Heimat bzw. ins Herkunftsland steht bevor aber dein Kind spricht die Sprache nicht? Es versteht zwar alles, aber aktivieren tut es nicht oder sehr wenig? Dann habe ich hier drei Tipps für dich, damit die Reise und genauer gesagt das Sprachbad zu einem positiven Erlebnis für dein Kind wird und es dadurch sogar gestärkt wird. 

Tipp 1: Sprich schon vor der Anreise mit deinen Verwandten vor Ort

Bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern ist es oft so, dass sie nicht alle ihre Sprachen aktiv sprechen. Und Menschen tendieren oft dazu, Kinder, die ihre Sprache nicht aktivieren, entweder weniger anzusprechen oder, wenn sie die starke Sprache dieser Kinder ebenfalls beherrschen, diese Sprache in der Kommunikation mit ihnen zu verwenden. Wenn du aber möchtest, dass es mit der mehrsprachigen Erziehung klappt, dann willst du, dass dein Kind so viel Input in dieser Sprache bekommt wie möglich. 

Du willst also den Besuch in der Heimat dafür nutzen, dass dein Kind dort ein richtiges Sprachbad erlebt. Sprich also am Besten vorher mit euren Freunden oder euren Verwandten, die dort leben und erkläre, dass es dir wichtig ist, dass sie die Sprache verwenden und sie es ruhig tun können, weil dein Kind alles versteht.

Tipp 2: Bereite dein Kind auf das Sprachbad vor und lass die Vorfreude steigern

Bereite dein Kind auf die Reise und genauer gesagt auf die sprachliche Umstellung vor. Erkläre ihm/ihr, dass die Menschen dort alle (nur) diese Sprache sprechen und dass du dich sehr auf das Sprechen der Sprache freust. Zeige deinem Kind deine Begeisterung und sag gegebenenfalls, wie toll das ist, dass auch er/sie mit den Menschen dort kommunizieren kann.

Was du auch tun kannst ist, Fotos mit deinem Kind anzuschauen, wo du Orte deiner Kindheit oder Familienmitglieder zeigen kannst und du über schöne Erinnerungen erzählen kannst. 

Durch das Erzählen kannst du eventuell deinem Kind Wörter schon geben, die es noch nicht kennt und dort aber öfter hören wird wie z.B. „Strand” oder „Flughafen”.

Tipp 3: Stärke und unterstütze dein Kind vor Ort 

  • Achte sehr darauf, wie über dein Kind in seiner Anwesenheit gesprochen wird.

Auch wenn dein Kind scheinbar gerade nicht zuhört oder mit etwas anderem beschäftigt ist, dann kriegt es sicherlich einiges von dem Gespräch zwischen dir und der anderen Person mit. Wenn ein Kind immer wieder bestimmte Sachen über seinen Charakter oder sein Verhalten hört, dann ist es selbst irgendwann davon überzeugt, dass es so ist und dass daran nichts mehr zu ändern ist. So bleibt es dann in diesem Muster gefangen. 

Was bedeutet das konkret?

Vermeide negative Sätze wie „Er spricht die Sprache nicht” oder „Er kann das nicht.” Und auch wenn andere Menschen über dein Kind in seiner Abwesenheit negativ sprechen und z.B. so etwas sagen wie: „Er hat aber einen Akzent!” oder „Man versteht er schlecht”, dann stärke dein Kind indem du z.B. sagst:  „Er lernt noch, es braucht nur Zeit, und ich finde er macht das schon ganz toll!” .

Wir sollten als Eltern immer unseren Kindern Selbstsicherheit geben und ihnen zeigen, dass das Nicht-perfekte-Sprechen in dem Fall nicht wichtig ist. Hauptsache sie sprechen! 

  • Biete deinem Kind Unterstützung an 

Wenn dein Kind sich nicht traut, die Sprache zu sprechen, dann setze ihn/sie nicht unter Druck, sondern biete eher deine Unterstützung an. Zum Beispiel so: „Sollen wir zusammen fragen?“; „Welches Wort fehlt dir?“; „Es ist ok, Fehler zu machen“; „Ich weiß, dass du das toll kannst aber verstehe, wenn du jetzt gerade nichts sagen möchtest.“ Sätze wie “komm schon, ich weiß du kannst das” haben eher den Gegeneffekt und wirken eher hemmend. 

Fazit

Wenn dein Kind positive Erlebnisse in Verbindung mit deiner Sprache erlebst, dann wird es um so motivierter sein, diese weiter zu lernen und auch aktiv zu sprechen. Achte also darauf, wie du dein Kind auf die Reise vorbereitest und versuche vor Ort ihn/sie so viel wie möglich zu stärken. Ich wünsche eine schöne Reise!

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